Gegen teuren Hochwasserschutz
(eh) Das Thema Hochwasserschutz bewegt die Bevölkerung von Burglauer. Das zeigte sich bei einer Versammlung von 100 der knapp 1600 Einwohner mit anschließender Gründung einer Bürgerinitiative.
Das Treffen unter der Leitung des Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz, Martin Müller, verlief in einer äußerst lebhaften, aber fairen Diskussion. Mehrmals wurde sogar dem ebenfalls anwesenden Bürgermeister Kurt Back und dem Gemeinderat ein redliches Bemühen bescheinigt. Doch ist das Ergebnis nach Ansicht der Wortführer und Teilnehmer nicht in ihrem Sinne.
Immer wieder wurde in Wortmeldungen auf die Kosten von 3,2 Millionen Euro hingewiesen. Auch als der Bürgermeister versicherte, dass von den Bürgern nur die Anlieger an den Straßenausbaukosten, wie es sonst auch üblich ist, beteiligt werden, schaffte er es nur, einen Teil der Anwesenden zu überzeugen. Größte Bedenken galten dem Umstand, dass für die Zukunft die Gelder gebunden seien und andere, ebenso dringende Vorhaben auf der Strecke bleiben.
Stefan Mangold umschrieb die bisherigen Pläne, in deren Mittelpunkt der Bau eines Auffangbeckens und des Hochwasserschutzes entlang der Neustädter Straße steht. Kernstücke sind bei den Schutzmaßnahmen vor dem Dorf der Bau eines bis zu 8,5 Meter hohen und 250 Meter langen Damms im Reichenbachtal. Befürchtungen bestehen, dass Teile des idyllischen Baches und angrenzenden Waldstückes zerstört würden. Mangold regte daher mehrere kleine Lösungen an, die denselben Staueffekt erfüllen könnten.
Für viel zu kostspielig hielt Mangold die Schutzvorhaben im Dorf. Die Einfassung und Vertiefung des Bachbetts, für die etwa die Hälfte der Gesamtinvestition verwendet würden, könnte durch eine viel einfachere Lösung, eine Betonmauer, die über das jetzige Straßenniveau errichtet würde, zu einem weit günstigeren Preis ersetzt werden. Eine andere Lösung sei ein mobiler Hochwasserschutz.
Claus Berger äußerte schwerste Bedenken gegen die geplante Verbreiterung der Neustädter Straße. Er fürchtet durch den Ausbau eine Zunahme und vor allem Beschleunigung des Verkehrs auf Kosten der Fußgänger. Als völlig unakzeptabel lehnte er den Verzicht auf einen Gehweg ab und forderte dazu auf, die Planungen zu überarbeiten, notfalls auch ein anderes Planungsbüro einzuschalten.
In keinem der Beiträge wurde die Notwendigkeit der Verbesserung des Hochwasserschutzes in Zweifel gezogen. Allerdings wurde die Situation auch nicht als übermäßig dramatisch beschrieben. Daher kritisierten mehrere Zuhörer, dass das so genannte „hundertjährige Hochwasser“ als Grundlage der Planungen diene. Als Back erwiderte, dass nur unter dieser Vorgabe der Zuschuss von etwa 50 Prozent zur Verfügung stehe, kam erneut die Rede auf kleinere, billigere Lösungen, die von der Gemeinde allein geschultert werden müssen.
Nach knapp zweieinhalb Stunden endete die Aussprache. In die Unterstützerliste trugen sich 40 Personen ein. Als Sprecher wurden Norbert Saal, Annette Seehaus-Arnold, Andrea Schild, Klaus Binder und Stefan Mangold gewählt.
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