Oberelsbach | von Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Pfeuffer

Umweltbildung im Dreiviertelkreis

Nun ist es doch anders gekommen: Der Vorschlag des Gewinners aus dem Architektenwettbewerb Grünes Klassenzimmer wird nicht umgesetzt. Statt dessen erhielt der Zweitplatzierte, der Architekt Stephan Neumahr aus Sindelfingen, mit seinem Entwurf für die neue Umweltbildungsstätte den Zuschlag.
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Es wird sicherlich ein markanter Bau, der nun bis Ende 2011 für geplante 3,4 Millionen Euro nahe der Oberelsbacher Kirche auf dem Gelände der früheren Schule entstehen wird. Über einem natursteinverkleideten Basisgeschoss aus Beton, in dem um einen Innenhof Funktionsräume, Speisesaal oder Klassenräume untergebracht sind, wird ein zweigeschossiger, fast geschlossener Ring mit den Gästezimmern gebaut. Dabei ragen Teile des Rings über das Sockelgeschoss hinaus und bilden eine Überdachung des Außenbereichs.

Zwar hatte sich das Preisgericht des Architekturwettbewerbs vor einigen Wochen einhellig für die Umsetzung des Vorschlags eines Stuttgarter Architekten mit einem Sockelgeschoss und fünf würfelförmigen Übernachtungsgebäuden ausgesprochen, doch nach dem VOF-Verfahren (Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen) erhielt nun der Zweitplatzierte den Zuschlag.

Bei diesem Verfahren, das zwingen durchgeführt werden muss, wenn die Auftragssumme den Wert von 206 000 Euro überschreitet, werden nach einem vorgegebenen Schema unter anderem Leistungsfähigkeit des Büros, Verfügbarkeit vor Ort oder auch Honorar verglichen.

Wie Bürgermeisterin Birgit Erb jetzt in einer Pressekonferenz erläuterte, habe sich in diesem Verfahren das zweitplatzierte Modell aus dem Architekturwettbewerb knapp durchgesetzt. Entsprechend entschied sich nun der Marktgemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung, aber in namentlicher Abstimmung für diesen Entwurf. Dabei, so betonte die Bürgermeisterin, habe das Gremium nicht nur die Vorgabe aus dem VOF-Verfahren umgesetzt, sondern die Überzeugung der Mehrheit des Marktgemeinderats und das Ergebnis des VOF-Verfahrens hätten übereingestimmt.

Dies hat, nach Ansicht der Bürgermeisterin, auch dem Meinungsbild der Oberelsbacher entsprochen, die in großer Zahl die Ausstellung mit den Wettbewerbsbeiträgen besucht hätten. Auch hier, so glaubt Erb, habe es eine Tendenz für das zweitplatzierte Modell gegeben.

Gegen den Erstplatzierten, so der Leiter der bayerischen Veraltungsstelle für das Biosphärenreservat, Michael Geier, habe zum Beispiel gesprochen, dass er das Thema Brandschutz noch nicht berücksichtigt habe und das Projekt komplett vor Ort betreuen wollte, was bei der Entfernung zwischen Stuttgart und Oberelsbach und dem engen Zeitplan für den Bau schwierig sei. Der Konkurrent aus Sindelfingen wollte dagegen ein Bauleitungsbüro vor Ort einschalten.

Natürlich gebe es auch noch einige Fragezeichen bei dem nun ausgewählten Konzept, so Erb und Geier, so würden in den nächsten Monaten wohl zahlreiche Treffen mit dem Architekten erforderlich, um die Details zu klären. Schließlich müsse in den nächsten Wochen ein Bauplan entwickelt werden.

So stelle sich nicht nur die Frage, ob ein solcher Rundbau in Massivholz-Tafelbauweise, für den es kaum Vorbilder gibt, überhaupt technisch machbar und finanzierbar ist. Gleichzeitig gelte es, sich auf eine neue Situation einzustellen, denn mit zusätzlichen Geldern des Umweltministeriums sei es gelungen, das Nachbargrundstück der Familie May im Auweg zu erwerben und das Gelände der Umweltbildungseinrichtung zu vergrößern. Hier könnte nun ein Teil der Funktionsräume untergebracht werden.

Wie es neben der Weiterentwicklung der Vorentwürfe zum fertigen Baukonzept weitergehen soll, erläuterte die Bürgermeisterin ebenfalls. Die Vergabe für den Abriss der alten Schule soll demnach am 17. Dezember erfolgen und bis Ende Februar sollen die Gebäude verschwunden sein. Der Baubeginn soll am 1. Juni 2010 erfolgen. Ende 2011 muss der Bau abgeschlossen sein. Bis dahin gilt es neben vielen großen auch noch ein kleines Problem zu lösen. Der Begriff „Grünes Klassenzimmer“ ist nämlich nur ein Projektname. Ein griffiger Name für die neue Umweltbildungseinrichtung muss her. Nicht nur Birgit Erb und Michael Geier fragen sich, wie der lauten könnte.

| von Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Pfeuffer
30.11.2009, 14:35 Uhr von
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