Rhönschaf für Sandberger Kinder
Schulleiterin Bettina Schindler hatte die Idee zu diesem Schulprojekt, das bisher auch einmalig im Landkreis ist. „Das Rhönschaf wurde als Haustier gewählt, weil es gut in die Rhön passt, weil es auch typisch ist für die Rhön und weil sich die Kinder damit auch toll mit ihrer Heimat identifizieren können“ erklärte die Pädagogin.
Ursprünglich wollte die Schule das Rhönschaf vom Erlös aus der Weihnachtsfeier am 9. Dezember kaufen. Josef Kolb, der als Projektbetreuer im Naturpark für die Rhönschafe verantwortlich ist, sicherte bei seinem Besuch in Sandberg nun aber spontan zu, dass die Schule das Schaf geschenkt bekommt.
Wie Bettina Schindler erläuterte, werden sich die Klassen übers Jahr immer wieder thematisch in verschiedenen Fächern mit dem Schaf befassen, wenn es zum Lehrplan passt. Es ist auch geplant, die Wolle zu verarbeiten. Daneben soll das Tier auch „Maskottchen“ der Schule sein und die Identifikation der Kinder mit der Schule fördern.
Da eine Haltung auf dem Schulgelände kaum möglich sei und eine artgerechte Haltung vor allem bedeute, dass das Tier gemeinsam mit anderen Schafen lebt, wird der Neuzugang in eine bereits bestehende kleine Herde der Familie Kneier in Sandberg eingebürgert. Das Schaf hat sein neues Zuhause künftig auf einer Wiese „Am Kapellchen“, ganz in der Nähe des Schulhauses.
Den Winter verbringt es mit den anderen Schafen im Stall. Vor der offiziellen Übergabe, die voraussichtlich in der nächsten Woche sein wird, stellte Kolb den Klassen „ihr“ Schulschaf, das eigentlich noch ein Lamm ist, schon mal vor. Das Schafmädchen ist am 5. April 2009 geboren, lebte mit seiner Mutter und seiner Schwester bisher im Freilandmuseum Fladungen.
Wie der Rhönschäfer den Kindern berichtete, besteht seine Herde aus 400 Mutterschafen. „Und wie viele Vaterschafe?“ hakte ein aufgeweckter Schüler gleich nach. Dass nur „vier Vaterschafe“ für den Nachwuchs zuständig sind, war dann für die jungen Zuhörer auch gleich eine sehr interessante Information.
Kindgerecht und humorvoll brachte der Fachmann den Buben und Mädchen Wissenswertes über ihr künftiges Haustier näher. Beispielsweise, dass ein Schaf die Herde und eine feste Bezugsperson braucht, wie es richtig versorgt und betreut wird oder warum es eine Ohrmarke trägt.
Einmal im Jahr muss es geschoren werden, da darf es nicht zu heiß und nicht zu kalt sein. Kolb schlug als geeigneten Monat dafür den Mai vor. Wie soll das Schaf eigentlich heißen? Dafür hatten die Kinder spontan zwar schon einige Vorschläge, doch die Entscheidung über den Favoriten soll nach einem Namenswettbewerb, an dem alle Klassen teilnehmen können, fallen.
Nachdem das Schulschaf bei der ersten Vorstellung schon mal seine neue Weide begutachtet, Sandberger Luft geschnuppert und viele Streicheleinheiten von den Schülern bekommen hatte, nahm Josef Kolb den wolligen Vierbeiner wieder im Anhänger mit heim.
Ein konkreter „Umzugstermin“ wird mit dem Besitzer der Sandberger Schafe noch vereinbart.
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