1000 nicht gefahrene Kilometer
Tausend Auto-Kilometer haben die Kindergartenkinder seit Mai eingespart. Statt sich von den Eltern chauffieren zu lassen, haben sie den Weg in die Einrichtung beispielsweise zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Roller zurückgelegt. Zur Belohnung durften sie vor den Sommerferien umweltfreundlich nach Hause fahren, und zwar mit der Pferdekutsche.
Tag für Tag haben die kleinen Kilometersparer in den vergangenen Wochen ihr persönliches „Fahrtenbuch“ geführt und so dokumentiert, welche Strecke sie zum Kindergarten und zurück nach Hause unterwegs waren und mit welchem Fortbewegungsmittel. So konnte jedes Kind immer wieder zusammenzählen, wie viele umweltfreundliche Kilometer es bereits geschafft hatte. Auch der Gesamtstand wurde regelmäßig festgestellt. Als „Maßband“ dienten 1000 Meter Wolle, von denen die Kinder für jeden eingesparten Auto-Kilometer einen Meter abschneiden durften.
Die Aktion ist kein Frontalangriff auf das Auto, denn bekanntlich geht's nicht immer ohne. Ziel war nach Aussage von Kindergartenleiterin Elke Wolz-Nagl, das Bewusstsein von Kindern und Eltern zu schärfen. Möglichst viele von ihnen sollen jeden Tag überlegen: Brauchen wir heute das Auto, um zum Kindergarten zu gelangen? Oder schaffen wir's zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Laufrad oder mit dem Roller, im Kinder-Fahrradsitz oder im Fahrradanhänger.
Das Konzept ging auf: Rund 40 der 65 Gaukönigshöfer Kindergartenkinder haben Wolz-Nagl zufolge beim Kilometersparen mitgemacht. Manche von ihnen kamen schon vor der Aktion meist unmotorisiert in den Kindergarten, andere haben nun damit angefangen. Die Kindergartenleiterin setzt auf die große Wirkung kleiner Schritte: „Auch viele kurze autofreie Strecken kommen in der Summe der Umwelt zu Gute“. Dasselbe gelte für jedes unterbliebene Motoranlassen, bei dem ja besonders viel Schmutz in die Luft geblasen wird.
Die Kinder jedenfalls sind stolz auf ihren Beitrag zu einem besseren Klima. Der sechsjährige Luis, der im Neubaugebiet Rosengarten wohnt, liefert gleich einen Stufenplan: Normalerweise sei er mit dem Fahrrad oder mit dem Roller unterwegs zum Kindergarten. „Und wenn das nicht geht, bilden wir Fahrgemeinschaften.“
Nachdem die anvisierten 1000 nicht gefahrenen Auto-Kilometer erreicht sind, endet die Aktion mit Beginn der Sommerferien. Aber Wolz-Nagl und ihre Kolleginnen hoffen, dass die Kinder das Kilometersparen auch im Alltag fortsetzen
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